Sonntag, 21. Oktober 2018
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Bienenduft dient als "Elefantenschutzmittel"

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Wie nun Wissenschaftler herausgefunden haben, gibt es eine schonende Methode, um wilde Elefanten von Feldern und Siedlungen fernzuhalten: Wenn die Dickhäuter Bienen-Botenstoffe riechen, ergreifen sie die Flucht

Bienenduft als „Elefantenschutzmittel“

Als Touristenattraktion bei Fotosafaris sind afrikanische Elefanten beliebt, in freier Wildbahn können die Dickhäuter aber für Menschen zum Problem werden. Etwa wenn sie über Felder der Bauern spazieren und dabei die Ernte zertrampeln.

Doch wie kann man Elefanten fernhalten, ohne ihnen zu schaden? Laut einer aktuellen Studie aus dem Kruger-Nationalpark in Südafrika, könnte es eine unkonventionelle Lösung für dieses tierische Problem geben.

Anti-Elefanten-Duftwasser

Aufgrund ihrer Größe neigen Elefanten eher nicht zu übertriebener Ängstlichkeit. Vor Bienenstichen haben die imposanten Tiere allerdings Respekt, etwa rund um die Augen oder am Rüssel, denn trotz ihrer dicken Haut sind Elefanten hier besonders schmerzempfindlich.

Deshalb haben Elefanten im Laufe der Evolution gelernt, sich zurückzuziehen, sobald sie die Botenstoffe von Bienen riechen. Dieser Umstand hat die Wissenschaftler um den Insektenkundler Mark Wright zu einer Erfindung inspiriert: das Anti-Elefanten-Duftwasser.

Duftenden Socken - das Experiment

Forscher haben nun eine Rezeptur entwickelt, die die "Alarm-Pheromone" von wilden Bienen enthält: jene Duftstoffe, die Bienen absondern, um ihre Artgenossinen zu warnen und auf einen Angriff einzustimmen.

Für die Studie im südafrikanischen Kruger Nationalpark haben die Forscher die Pheromon-Mischung in der Nähe von Wasserstellen platziert und die Reaktion von sich nähernden Elefanten beobachtet.

Sobald die Elefanten die Botenstoffe (die in einem weißen Socken an einem Ast in bodennähe angebracht wurden) rochen, blieben sie irritiert stehen, zögerten – und suchten das Weite, wie das Video des Versuchs zeigt.

 

 

 

Bei dem Versuch entfernten sich 25 von 29 Elefanten wieder von der Wasserstelle, nachdem sie den Geruch wahrgenommen hatten. Um sicherzustellen, dass die Elefanten von den Pheromonen und nicht vom Anblick des Sockens irritiert waren, führten die Forscher das Experiment auch mit einem Träger ohne Pheromone durch.

Die 18 Elefanten der Kontrollgruppe gingen entweder auf den geruchsneutralen Socken zu und untersuchten ihn, oder sie ignorierten ihn und gingen daran vorbei – und ließen sich nicht davon abhalten, die Wasserstelle aufzusuchen!

In Kenia schon länger bekannt

Ganz neu ist die Idee mit den Bienen als "Wächter" nicht: In Kenia verwenden Bauern bereits seit langem echte Bienenstöcke, um Elefanten von ihren Feldern fernzuhalten. Das sei zwar effektiv, bei großen Anbauflächen aber eine logistische Herausforderung, die vielen Bienenstöcke in Stand zu halten, so die Autoren der Studie.

An der in „Current Biology“ veröffentlichten Studie beteiligten sich Forscher der University of Hawaii, die südafrikanischen Elefantenschutz-Organisationen Balule Nature Reserve und Elephants Alive South Africa, sowie das kalifornische Biotech-Unternehmen ISCA, das die Pheromon-Technologie entwickelt hat.
 


 

Quelle: eurekalert.org

Video: MARK G. WRIGHT, UNIVERSITY OF HAWAII AT MĀNOA.


 

 

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