Freitag, 19. Oktober 2018
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Invasive Ratten in Südgeorgien ausgerottet

Seit dem 18. Jahrhundert dezimierten invasive Ratten die einzigartigen Vogelbestände auf der im Südatlantik gelegenen Insel. Ob die verheerende Besiedelung bereits am 17. Jänner 1775 geschah, als der englische Seefahrer James Cook auf der Insel landete, ist unklar. Fakt ist, nun wurden die Ratten allesamt vergiftet.

Ende der verheerenden Rattenherrschaft auf Südgeorgien

Südgeorgien entpuppte sich für Ratten als regelrechtes Paradies, ohne Feinde aber mit leichter Beute. Die etwa 1.400 Kilometer östlich von Argentinien gelegene Insel beherbergt nicht nur die wichtigsten Brutkolonien des Königspinguins, sie ist auch der optimale Brutplatz für Millionen von Seevögeln.

Doch irgendwann passierte die ökologische Katastrophe, nämlich dann, als Ratten über Eier, Küken und selbst ausgewachsene Vögel herfielen und die Bestände massiv dezimierten. Dies geschah über Jahrunderte. Der einzige Singvogel der Insel, Anthus antarcticus, verschwand fast vollständig, die Rattenpopulation wuchs hingegen stetig weiter an.

2009 kam die giftige Notbremse

Im Jahr 2009 beschlossen die Behörden und Wissenschafter ein Rattenbekämpfungsprogramm, um das bedrohte Ökosystem des Eilands zu retten. In dem aufwendigen und kostspieligen Unterfangen wurden zwischen 2011 und 2015  tonnenweise Giftköder, per Hubschrauber, über der etwa 3.800 Quadratkilometer großen Insel abgeworfen. "Es muss ein Köder für jede einzelne Ratte erreichbar sein", sagte der damalige Projektleiter Tony Martin.

Das die Giftköderaktion umstritten war und nicht ohne Kritik blieb war klar. Das massenhafte Ausbringen von Rattengift verschlang nicht nur Millionen, es hatte auch Kollateralschäden durch tödliche Vergiftungen von Vögeln und anderen Tieren zur Folge – wobei Ökologen betonten, dass der langfristige Nutzen deutlich überwiege und sich so die Rattenplage dauerhaft beenden ließe.

Nach zweieinhalb Jahrhunderten keine Ratten mehr

Wie der South Georgia Heritage Trust nun nach einer umfangreichen Untersuchung mitteilte, war das Projekt ein Erfolg, die invasiven Nager wurden auf der gesamten Insel ausgerottet. "Zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahrhunderten gibt es auf Südgeorgien keine Ratten.", so Mitinitiator Mike Richardson.  Monate zuvor hatten Forscher mit insgesamt 4.600 Detektionsgeräten, etlichen Kamerafallen und drei Spürhunden die Insel abgesucht und stießen dabei auf keine einzige Ratte. Nun erholt sich das Ökosystem und die Vogelvielfalt auf Südgeorgien nimmt wieder zu. Strenge Vorsichtsmaßnahmen und Quarantänevorschriften für Schiffe sollen eine neuerliche Invasion verhindern.

Link: Südgeorgien erklärt sich frei von invasiven Ratten


Photocredit: south georgia heritage trust

Quelle: South Georgia Heritage Trust


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