Bauer riegelte Alm im Pinzgau nach Tiroler Kuhurteil ab

Bauer riegelte Alm im Pinzgau nach Tiroler Kuhurteil ab

 


Ein Landwirt im Pinzgau hat den Weg zu seiner Alm mit einer massiven Barriere aus Holz versperrt. Dabei beruft er sich auf das Tiroler Kuhurteil.

Streit um Zugang: Bauer riegelte Alm ab

Im Salzburger Pinzgau sorgt derzeit ein Landwirt für Aufregung beim Alpenverein und Naturschutzbund.

Der Bauer hat den Weg zu seiner Alm am Talschluss des Rauriser Krumltals mit einer massiven Barriere aus Holz versperrt, dabei beruft er sich auf das Tiroler Kuhurteil.

Alpenverein und Naturschutzbund laufen nun gegen die Sperre Sturm und orten einen massiven Eingriff in das Wegerecht.

"Privatweg" und "Durchgang ausnahmslos verboten"

"Privatweg" und "Durchgang ausnahmslos verboten" ist auf einem Schild am Tor zu sehen.

Und weiter: "Angesichts des jüngst ergangenen Erkenntnisses des Obersten Gerichtshofes (Kuhattacke auf der Alm) sehe ich mich nicht länger im Stande, ein unversehrtes Durchqueren meines hier beginnenden Almgrundstückes zu gewährleisten."Um die körperliche Unversehrtheit wirksam schützen zu können, sei das Betreten und Durchqueren der Liegenschaft ohne Ausnahme untersagt. Jede Missachtung werde mit einer Besitzstörungsklage verfolgt.

Die Sperre darf auf keinen Fall zum Präzedenzfall werden

Die Vorsitzende des Salzburger Alpenvereins, Brigitte Slupetzky, sagte nach einem Treffen mit dem Mann am Freitag zu Medienvertretern, dass die Wegefreiheit in dem Gebiet unbedingt gewahrt werden müsse.

Zwar endet der offiziell ausgewiesene Wanderweg vor der seiner Alm, Routen auf benachbarte Berge führen aber über das nun gesperrte Gebiet.

"Die Sperre darf auf keinen Fall zum Präzedenzfall werden. Das wäre ein furchtbares Signal - denn andere Landwirte oder Jäger könnten dem Beispiel folgen."

Bauer würde Barriere bei Rechtssicherheit wieder abbauen

Das Gesprächsklima mit dem Grundbesitzer sei jedoch gut gewesen. "Ich habe den Eindruck, dass er das der Not gehorchend gemacht hat, aber vielleicht nicht bedachte, was er auslöst. Er hat gesagt, er möchte Rechtssicherheit haben, wenn seine Kühe gereizt werden. Dann würde er die Barriere wieder abbauen."

Auch der Rauriser Bürgermeister Peter Loitfellner (SPÖ) zeigte sich nach einem Telefonat mit dem Landwirt optimistisch, eine Lösung zu finden.

"Wir leben alle vom Tourismus. Das Gebiet ist mit seinen Geiern und Steinböcken ein wunderbarer Ausgangspunkt für Wanderer."

Für die Bauern sei die Situation aber auch nicht immer einfach. "Die Almwirtschaft hat sich verändert, heute herrscht vor allem Mutterkuhhaltung vor. Da müssen sich Wanderer schon an ein paar Regeln halten."


Foto: Pixabay
Quelle: tt.com


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