Graubünden will Wanderwege sperren, weil der Wolf die Kühe aggressiv macht

Graubünden will Wanderwege sperren, weil der Wolf die Kühe aggressiv macht

 


Bündner Gemeinde will Wanderwege sperren, weil der Wolf die Kühe aggressiv macht. Insbesondere Mutterkühe reagierten wegen der Bedrohung durch den Wolf generell "aggressiver"!

Wolf macht Kühe aggressiv, Graubünden sperrt Wanderwege

Weil der Wolf die Kühe aggressiv macht will eine Bündner Gemeinde die Wanderwege sperren!

Die Gemeinde Lumnezia in der Surselva plant nun, Wander- und Bikewege zu sperren, darunter auch auf der bekannten und beliebten Greina-Ebene, wie Gemeindepräsident Duri Blumenthal bestätigt, da der Wolf die Nutztiere "aggressiv" mache.

Der Wolf verschreckt die Mutterkühe

Schuld sei der Wolf: Im Gebiet der Gemeinde bewegen sich mehrere Rudel.

Sie verschrecken aber nicht in erster Linie die Feriengäste, sondern die Schaf- und Kuhherden auf den Alpen.

Insbesondere Mutterkühe reagierten wegen der Bedrohung durch den Wolf generell "aggressiver".

"Die Anwesenheit des Wolfs macht die Tiere aggressiver", so Blumenthal. Und das wiederum könne Wanderer und Biker gefährden, wenn ihre Ausflüge über Alpweideland führen.

Landwirte selbst müssen die Flucht ergreifen

Duri Blumenthal sagt, dass im Frühjahr sogar Landwirte die Flucht ergreifen mussten, um nicht von der eigenen anstürmenden Kuhherde überrannt zu werden.

Nun sieht die Gemeinde sich zum Handeln gezwungen. In einem ersten Schritt werden die Wege speziell signalisiert, um die Wanderer und Biker besser über den Umgang mit den Kuhherden und Herdenschutzhunden zu informieren.

Das Mitführen von Hunden ist auf solchen Wegen gar untersagt.

Die Sicherheit der Bevölkerung vor diesen Gefahren hat höchste Priorität

Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass es dennoch zu Zwischenfällen zwischen Mensch und Mutterkuh kommt – und dann werden die Bündner die Wanderwege sperren.

"Die Sicherheit der Bevölkerung vor diesen Gefahren hat höchste Priorität", begründet Blumenthal diese Massnahme.

Dass die Sperrung eine drastische Einschränkung für die Gäste bedeutet, ist ihm natürlich bewusst. Lumnezia ist ein Wander- und Bikeparadies, sagt er. Die Wege über die Alpweiden seien weit herum bekannt und sehr beliebt.

Weil die Bündner aber über ein grosses Wanderwegnetz verfügen, «ist es unmöglich, alle Wege durch Zäune von den Alpweiden zu trennen.» Solange der Wolf die Kühe bedrohe bleibe nichts anderes übrig, als in der Lumnezia Wanderer und Biker zu schützen.

Wir müssen den Wolfbestand regulieren können

"Das Beispiel zeigt, dass der Wolf ein Problem ist – nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für den Tourismus", so Martin Candinas (39).

Für ihn ist klar: "Wir müssen den Wolfbestand regulieren und bejagen können"

Erfahrungen zeigten, dass schon ein Abschuss dazu führt, dass die anderen Wölfe sich mehr aus dem Lebensraum der Menschen zurückziehen.

Candinas verweist damit auf das neue Jagdgesetz, das einfachere Abschüsse von Wildtieren wie dem Wolf vorsieht. Am 27. September stimmt die Schweiz darüber ab, weil eine Allianz aus Umweltverbänden und Tierschützern das Referendum gegen das «Abschussgesetz» ergriffen hat.

Für Cadinas ist klar: "Es braucht ein JA zum Jagdgesetz am 27. September"!


Foto: Pixabay
Quelle: blick.ch


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