Jäger und Schäfer setzen auf eigene Forensik-Experten - 60 Prozent Wolf, 40 Prozent Hund

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Im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein gab es allein im letzten Jahr 173 Wolfsangriffe. Statt dem Senkenberg Institut alleine kommt nun aber „ForGen“ ins Spiel.

Hamburger „ForGen“ Labor statt Senkenberg

In Schleswig-Holstein gab es im Jahr 2018 rund 173 Wolfsangriffe. 46 weitere blutige Attacken konnten den Beutegreifern nicht eindeutig zugeschrieben werden.

Doch bis jetzt wurden alle Proben für eine genaue DNA-Bestimmung an das Frankfurter Senkenberg Institut geschickt. Aber nun kommen die Gerichtsmediziner des Hamburger Labors „ForGen“ ins Spiel.

Schon 200 DNA-Profile in der Datenbank

200 DNA-Profile haben die Forensiker in Hamburgs erster Wolfs-Datenbank schon gesichert – ein riesiger Pool, auf den sie bei ihren Gutachten zurückgreifen

Eigentlich sind die „ForGen“-Experten auf menschliches Erbgut spezialisiert. Deren Chefin Dr. Nicole von Wurmb-Schwark leitete fünfzehn Jahre als Biologin das DNA-Labor des Kieler Instituts für Rechtsmedizin.

Ihr Mann Thorsten Schwark ist ebenfalls Rechtsmediziner. Vor Gericht haben die Beiden bei vielen Mord- und Vergewaltigungsfällen ausgesagt. 


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Zum Wolf kamen wir zufällig

„Zum Wolf kamen wir rein zufällig“, so Wurmb-Schwark. „Ein Kollege von uns ist Jäger und hat etliche Schäfer in seinem Bekanntenkreis.“

Mittlerweile schicken etliche Nutztierhalter bei Verdacht auf Wolfs-Risse ihre mutmaßlichen „Beweismittel“ nach Hamburg.

Grund: Alle offiziellen Proben, die Wolfsberater nehmen, gehen zum Senckenberg Institut Frankfurt. Wurmb-Schwark: „Wenn da zum 3. Mal nichts rauskommt, die Schäfer den Wolf aber gesehen haben, wenden sie sich an uns.

"ForGen" nutzt komplizierteres Verfahren

Das Besondere in Hamburg: die Forensiker von "ForGen" benutzen neben der Analyse der mütterlichen DNA (mtDNA) auch ein komplizierteres Verfahren.

Die Analyse von mütterlichen und väterlichen Merkmalen (STR-Analyse) auf 17 Genorten. "So können wir mit höherer Wahrscheinlichkeit z.B. Geschwister unterscheiden, da bei ihnen oft die ersten Genorte identisch sind", sagt Thorsten Schwark.

Bestimmung von Wolf/Hund-Mischlingen

Ein grosser Vorteil der Methode: die Bestimmung von Wolf-Hund-Mischlingen ist weitaus exakter. Während „Senckenberg" darauf pocht, dass es in Deutschland kein Hybridproblem gibt, bekommt „ForGen" meist Ergebnisse mit z.B. 60 Prozent Wolf, 40 Prozent Hund. Oft Labrador oder Owtscharka.

Experten-Fazit zum Thema: „100 Prozent Wolf gibt es kaum. Entweder muss die Definition Wolf geändert, oder Mischlinge entnommen werden."


Foto: Pixabay

Quelle: bild.de


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