Montag, 19. August 2019
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Schweiz: Behörden vermasseln größte Beschlagnahme von Elfenbein


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Tansania ist verärgert über die Art und Weise wie die Schweiz einem Fall von Elfenbeinhandel nachgegangen ist. Es geht um 262 Kilogramm Elefanten-Stosszähne, die der Zoll 2015 am Flughafen Zürich sicherstellte.

262 Kilogramm Elefanten-Stosszähne

Drei chinesische Kuriere hatten das Elfenbein aus Tansania nach Zürich gebracht, versteckt in acht Rollkoffern. Zusätzlich wurden in den Koffern auch noch 1 kg Fangzähne und Krallen von Löwen gefunden. Die Lieferung hatte China als Ziel.

Die drei Männer wurden festgenommen, aber gegen ein Bussgeld-Depot von 100'000 Franken wieder auf freien Fuss gesetzt.

Lediglich 3000 Franken bezahlt

Die drei Kuriere hätten aber lediglich 3000 Franken bezahlt, seien nach Peking abgereist und seither von den Schweizer Behörden unbehelligt geblieben.

Das Büro des tansanischen Generalstaatsanwaltes sei empört über die Leichtigkeit, mit der die Schweizer Behörden mit dem brisanten Fall umgingen. 


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Rund 400'000 Franken Schwarzmarktwert

Der Schwarzmarkt-Wert des sichergestellten Elfenbeins war 2015 mit rund 400'000 Franken geschätzt worden.

Mathias Lörtscher, Leiter Artenschutz beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), sagte damals, es bringe wenig, die Kuriere festzuhalten. Sie würden ihre Auftraggeber kaum preisgeben...

Rechtshilfeersuchen nach China geschickt

Laut dem BLV sei ein Strafverfahren eröffnet und vor über drei Jahren ein Rechtshilfeersuchen nach Peking geschickt worden. «La Liberté» schrieb unter Berufung auf Quellen aus Umweltschutz und chinesischem Zoll, China betrachte den Fall als erledigt.

Denn die Behörden hätten das Elfenbein konfisziert und ein Bussgeld-Depot auferlegt.

Weshalb Peking dem Rechtshilfeersuchen bisher nicht nachgekommen sei, wisse man nicht. Weitere Angaben machte das BLV wegen des laufenden Verfahrens nicht.

Ungewohnt riesiger Fund

Der Elfenbeinfund vom Juli 2015 war der damals grösste, der je am Flughafen Zürich sichergestellt wurde. Fälle dieses Ausmasses seien in der Schweiz ungewohnt.

In den meisten Fällen, in denen gegen das Gesetz über den Verkehr mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten verstossen wird, gehe es um kleinere Vergehen, etwa Probleme mit nicht konformen Bewilligungen, so das BLV.


Foto / Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Artikel: schweizerbauer.ch


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